„Am Ende vor dem Anfang“ bleibt alles gänzlich unerwartet. Wir erwarten eine Geschichte wie sie im Leben passiert, doch sehen einen Film der über das Leben philosophiert. Narrative, gesellschaftliche und physische Regeln kreieren in unserem Kopf einen Ablauf des Filmes, schon bevor dieser die Leinwand erreicht hat. Immerzu scheitert der Zuschauer vorherzusehen was als Nächstes passieren wird. So wie der Zuschauer den Film betrachtet, betrachtet ein Kind unsere Gesellschaft. Sein Blick schweift durch das Zugabteil von einer Person zur nächsten. Menschen die sich in Erwartungen verlieren und stets versuchen dem Idealbild ihrer Rolle zu entsprechen. Wir alle sitzen in diesem Zug und versuchen unseren vorgegebenen Platz in dieser Welt zu finden. In einer surrealen Collage bricht „Am Ende vor dem Anfang“ Erwartungen an Rollenbilder, Gesellschaft und Wirklichkeit. Ein Film der keine Geschichte erzählen will, sondern in poetischen Bildern das Leben selbst beschreibt. Keine Diktatur der Zusammenhänge, sondern eine Glorifizierung der Interpretation.
Matthias Winckelmann - Am Ende vor dem Anfang
Matthias Winckelmann - Am Ende vor dem Anfang